Andras VIZKELETY (Budapest) Das Referat behandelt einen Fall, wo sich der Kopist - allem Anschein nach - andere Lesererwartungen vorstellte, als sie seine Textvorlage hatte. In der ersten, von der Forschung nicht registrierten deutschen Übersetzung der Civitas Dei Augustins um die Mitte des 15. Jahrhunderts stehen nämlich einige Kapitel des XX. Buches in zwei Übersetzungsvarianten in der Handschrift. Die erste Variante folgt den Übersetzungsprinzipien, nach denen alle von der Handschrift gebotenen Bücher der Civitas Dei übersetzt worden sind. Die andere Variante jedoch, die zwar auch auf der Vorlage basiert, bringt einen "einfacheren", leichter verständlichen Text, als der, den der Kopist vorher abgeschrieben hat.