Nikolaj F. USKOV (Moskva) Der Vortrag ist der Zusammenarbeit Otlohs und seiner Hilfskräfte bei der Aufzeichnung seiner autobiographischen Werke gewidmet. Ins Blickfeld kommen die Codices Monacenses 14673 (Liber visionum), 14756 (Liber de temptationibus cuiusdam clerici, Libellus de doctrina spirituali und verschiedene geistliche Dichtungen), 1866 und 14490 (mit Versionen des Liber de cursu spirituali). Die autobiographische Reflexion hat eine grosse Bedeutung für Otloh; - das geht nicht nur aus der Tatsache hervor, daß er fünf Werke verfaßt hat, die entweder ganz oder zu einem bedeutenden Teil autobiographisch sind, sondern dafür sprechen auch die Feierlichkeit mancher autobiographischen Handschriften sowie nachträgliche Korrekturen und Änderungen, die er häufig und sorgfältig vorgenommen hat. Dabei versuchte Otloh zwar, seine autobiogra-phische Reflexion möglichst selbständig zu verschriftlichen, sah sich aber dennoch wiederholt gezwungen, andere Mönche um ihre Mithilfe zu bitten. Im Vortrag werden solche aus den Handschriften ablesbaren Stellen im Kontext mit Otlohs Arbeit an seinen Erinnerungen im ganzen und im Zusammenhang mit der Problematik der sogenannten mittelalterlichen Indivi-dualität eraouml;rtert werden.