Andreas NIEVERGELT (Winterthur) Manche Handschrift hat nach ihrer Fertigstellung durch Glossierungstätigkeiten eine nachträgliche Weiterbearbeitung erfahren. Glossen, d. h. in lateinische Handschriften eingetragene Übersetzungswörter, stellen als oft älteste Zeugnisse einer Sprache - z. B. des Althochdeutschen - für die sprachhistorische Forschung eine Quelle von unschätzbarem Wert dar. Bei der Eintragung von Glossen gelangten - oft auch in einer einzelnen Handschrift - die unterschiedlichsten Techniken zur Anwendung. Eine systematische Untersuchung des Schreibmaterials fördert in vielen Fällen das Ergebnis zu Tage, dass die Glossierung einer Handschrift sehr komplex entstanden sein kann. Am Beispiel einer althochdeutsch glossierten Handschrift soll aufgezeigt werden, wie einzelne Glossierungsvorgänge ermittelt und unterschieden werden können und inwieweit damit die Glossierung das Bild einer Zusammenarbeit zwischen den Übersetzern liefert.